Die CEOs FOR FUTURE Zukunftsdialoge bringen junge Menschen, Vertreter:innen von Jugendorganisationen und der Wirtschaft zusammen, um unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft ins Gespräch zu bringen. Der dritte Zukunftsdialog 2026 setzte dort an, wo nachhaltige Transformation besonders konkret wird: bei Zielkonflikten.
Im Mittelpunkt des CEOs FOR FUTURE Zukunftsdialogs am 23. September 2026 im Impact Hub Vienna stand das Thema „Wirtschaft neu denken – Zielkonflikte lösen, Zukunft gestalten“. Diskutiert wurde auf Augenhöhe: Welche Spannungsfelder müssen wir bearbeiten, damit Wettbewerbsfähigkeit, ökologische Verantwortung und gesellschaftliche Interessen zusammenfinden? Was braucht es, damit Transformation als fair wahrgenommen wird? Und welche Entscheidungen müssen heute getroffen werden, obwohl ihr wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Nutzen oft erst später sichtbar wird?
Nach der Begrüßung durch Karl Kienzl, Obmann von CEOs FOR FUTURE, führte Lukas Kienzl, Vorstand von CEOs FOR FUTURE, durch den Nachmittag. Im Zentrum stand der generationenübergreifende Dialog und die Frage, wie unterschiedliche Erwartungen, Zwänge und Handlungsspielräume sichtbar gemacht und daraus gemeinsame Lösungsansätze entwickelt werden können.
Kurze Impulse eröffneten unterschiedliche Perspektiven. Kris Van Humbeeck, CEO von DHL Express Österreich, sprach aus Sicht eines international tätigen Logistikunternehmens über Investitionen in klimafreundlichere Logistik und die Herausforderung, Transformation mit Wirtschaftlichkeit und Verlässlichkeit zu verbinden. Johannes Gutmann, Gründer von SONNENTOR, zeigte, wie ökologische und soziale Nachhaltigkeit, wirtschaftlicher Erfolg und Gemeinwohl gemeinsam gedacht werden können. Ian Traussing von EUth und Nils Fischer von Fridays for Future ergänzten die Runde um Perspektiven junger Menschen – mit Blick auf europäische Verantwortung, Generationengerechtigkeit und die langfristigen Folgen heutiger Entscheidungen.
Unterschiedliche Perspektiven auf gemeinsame Zielkonflikte
In der anschließenden Runde benannten die Teilnehmer:innen jene Spannungsfelder, die sie in ihrem beruflichen und gesellschaftlichen Alltag besonders beschäftigen. Das Spektrum reichte von der Frage, wie nachhaltige Lösungen leistbar und zugleich wettbewerbsfähig bleiben können, über den Ressourcenbedarf von Digitalisierung und KI bis hin zum Spannungsfeld zwischen kurzfristigem wirtschaftlichem Druck und langfristiger Verantwortung. Ebenso zentral war die Frage, wie junge Menschen nicht nur gehört, sondern tatsächlich an Entscheidungen und Veränderungsprozessen beteiligt werden können.
In moderierten Kleingruppen wurde anschließend vertieft: Welche Zielkonflikte erleben Unternehmen und junge Menschen besonders stark? Warum sind manche Konflikte so schwer aufzulösen? Welche Folgen haben unterschiedliche Entscheidungen – und wo sind Kompromisse möglich?
Der Fokus lag dabei nicht auf einfachen Antworten, sondern darauf, unterschiedliche Interessen sichtbar zu machen, Perspektiven zu wechseln und Voraussetzungen für tragfähige Lösungen zu diskutieren.
Zielkonflikte sichtbar machen – Handlungsfähigkeit schaffen
Aus den Gesprächen kristallisierten sich mehrere gemeinsame Handlungsfelder heraus. Nachhaltige Innovationen brauchen Investitionen, verlässliche Rahmenbedingungen und die Bereitschaft, neue Ansätze zu erproben. Wirtschaftlichkeit und ökologische Verantwortung dürfen dabei nicht getrennt betrachtet werden: Glaubwürdigkeit entsteht dort, wo Ziele in konkrete Entscheidungen und konsequentes Handeln übersetzt werden.
Auch bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wurde deutlich, dass technologische Entwicklung allein nicht reicht. Bildung, verständliche Kommunikation und die Qualifizierung von Mitarbeitenden sind entscheidend, damit neue Technologien breit getragen und sinnvoll eingesetzt werden können.
Ein weiterer Schwerpunkt war echte Mitgestaltung. Im Austausch wurde deutlich, wie wichtig Möglichkeiten für junge Menschen sind, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen. Dafür braucht es Zugang zu Entscheidungsträger:innen, unterstützende Netzwerke und Räume, in denen Beteiligung nicht symbolisch bleibt, sondern Wirkung entfalten kann.
Über alle Gesprächsrunden hinweg zeigte sich: Zielkonflikte lassen sich nicht lösen, indem eine Perspektive einfach Vorrang erhält. Tragfähige Lösungen entstehen, wenn unterschiedliche Interessen offen benannt, Konsequenzen transparent gemacht und gemeinsam Lösungen abgewogen werden. Die vertiefenden Zweiergespräche boten dafür noch einmal Raum – zum Zuhören, Nachfragen und Perspektivwechsel.
Die Abschlussrunde stand im Zeichen von Zuversicht, Verantwortung und dem Mut, ins Handeln zu kommen. Nachhaltige Transformation wird nicht konfliktfrei sein. Entscheidend ist, wie wir mit diesen Spannungsfeldern umgehen und wie es gelingt, trotz unterschiedlicher Perspektiven gemeinsam ins Handeln zu kommen.
Vielen Dank an unsere Impulsgeber:innen Kris Van Humbeeck, DHL Express Österreich, Johannes Gutmann, SONNENTOR, Ian Traussing, EUth, und Nils Fischer, Fridays for Future, für ihre Perspektiven und Denkanstöße. Ein großes DANKE gilt auch allen Teilnehmer:innen für den offenen Austausch, die Bereitschaft zum Perspektivwechsel und den gemeinsamen Blick auf eine zukunftsfähige Wirtschaft.
CEOs FOR FUTURE wird diesen generationenübergreifenden Dialog weiterführen – damit unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen und daraus konkrete Schritte für eine zukunftsfähige Wirtschaft und Gesellschaft entstehen.





























































