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30.06.26

CEOs FOR FUTURE Expert:innen-Austausch zu Vergaberecht mit Nachhaltigkeitsfokus

Das Thema Vergaberecht stand im Mittelpunkt des CEOs FOR FUTURE Expert:innen-Austauschs am 30. Juni 2026 im Le Méridien in Wien. Diskutiert wurde, wie öffentliche Beschaffung als strategischer Hebel für Innovation, Digitalisierung, nachhaltige Transformation und die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich genutzt werden kann.

CEOs FOR FUTURE Obmann Karl Kienzl und Obmann-Stv.in Birgit Kraft-Kinz betonten dabei die Bedeutung des Zusammenspiels von Wirtschaft, Recht und Nachhaltigkeit sowie des kontinuierlichen Dialogs zwischen Wirtschaft, Verwaltung und relevanten Akteur:innen.

Maria Troger, Schiefer Rechtsanwälte GmbH, gab einen Überblick über die Neuerungen des Bundesvergabegesetzes und brachte insbesondere Lebenszykluskosten von Brownfield- und Greenfield-Projekten sowie die Abfallwirtschaft in die Diskussion ein. Nachhaltigkeit sollte bei öffentlichen Ausschreibungen nicht ausschließlich über den Anschaffungspreis bewertet werden: Langfristige Wertschöpfung, Resilienz, Qualität und Lebenszykluskosten gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Digitalisierung. Renate Meßner, SynerGIS Informationssysteme GmbH, zeigte anhand von Projekten, wie digitale Zwillinge Gebäude und Infrastruktur begleiten und auch in Vergabeverfahren eingesetzt werden können. Digitale Prozesse schaffen dabei mehr Transparenz und ermöglichen effizientere und wirtschaftlichere Abläufe.

Wie Vergabeverfahren praxisgerechter gestaltet werden können, zeigte Klaus Petraschka, KPPK Ziviltechniker GmbH, aus Sicht der Planungsbranche auf. Bei offenen Verfahren investieren häufig zahlreiche Architekt:innenteams erhebliche Ressourcen in ihre Bewerbungen. Gezielte Direktvergaben können diesen Aufwand reduzieren. Entscheidend sind dabei klare Schwellenwerte, transparente Kriterien und ein stärkerer Fokus auf Qualität und langfristigen Mehrwert. Nachhaltigkeit, Lösungsqualität und innovative Ansätze müssen als maßgebliche Entscheidungskriterien definiert werden, wenn Vergabeverfahren langfristigen Mehrwert schaffen sollen.

In der gemeinsamen Diskussion wurde deutlich: Öffentliche Beschaffung kann weit mehr sein als ein administrativer Prozess. Sie kann Innovation gezielt fördern, Digitalisierung beschleunigen und nachhaltige Lösungen wirtschaftlich attraktiver machen. Voraussetzung dafür sind rechtliche Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen, praxisgerechte Schwellenwerte sowie Vergabeverfahren, die neben dem Preis auch Qualität, Lebenszykluskosten und langfristige Wertschöpfung berücksichtigen.

Gleichzeitig braucht es einen engen und kontinuierlichen Austausch zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Recht und Politik. Best-Practice-Beispiele müssen sichtbarer werden, die Digitalisierung der öffentlichen Beschaffung konsequent weiterentwickelt und Nachhaltigkeitskriterien stärker in Vergabeverfahren integriert werden. So kann öffentliche Beschaffung einen konkreten Beitrag dazu leisten, nachhaltige Transformation zu beschleunigen und die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Österreich zu stärken.

Wir bedanken uns bei den Inputgeber Maria Troger – Schiefer Rechtsanwälte GmbH // Renate Meßner – SynerGIS // Klaus Petraschka – KPPK Ziviltechniker GmbH sowie bei allen Teilnehmer:innen für den wertvollen Austausch:

Carola Auer – DELTA AG // Michael Frischauf – NTS // Magdalena Gerzer – one2zero // Gudrun Ghezzo – Ghezzo GmbH // Andreas Kabela – Eurest // Andreas Pesenhofer – Schachinger Logistik Holding GmbH // Marcus Schellerer – Rittal GmbH // Christoph Sisko – COLLECTIVE ENERGY GmbH // Alfred Weinberger – Amarenco Solar Austria GmbH // Heinz Stiastny – Arrow ECS Austria GmbH // Ashraf Yanni – enshift

Fotocredit: CEOs FOR FUTURE / Franzi Kreis

Fotocredit: CEOs FOR FUTURE / Franzi Kreis

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