Beim CEOs FOR FUTURE Willkommensfrühstück am 18. Februar 2026 stand das Thema „Standort Österreich & Europa – Wo liegen unsere Stärken und wie können wir sie bündeln?“ im Mittelpunkt. Diskutiert wurde, welche strukturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stärken Österreich und Europa im Kontext der nachhaltigen Transformation auszeichnen.
In der Begrüßung betonten Obmann-Stellvertreterin Birgit Kraft-Kinz und Obmann Karl Kienzl, dass die Transformation hin zu einer klimaneutralen, umwelt- und rohstoffschonenden Wirtschaft und Gesellschaft kein Randthema mehr ist, sondern ein zentraler Wettbewerbsfaktor. Europas Stärke liegt insbesondere in Qualität, Innovationskraft und regulatorischer Gestaltungskompetenz. Nun gilt es, diese Potenziale strategisch zu bündeln und mit mehr Selbstbewusstsein nach außen zu tragen. Vorstand Lukas Kienzl ergänzte, wie wichtig auch die Perspektive junger Menschen in der Transformation ist.
Robert Nagele, BILLA AG, verwies auf tiefgreifende regulatorische Veränderungen, insbesondere im Verpackungsbereich. Die Kreislaufwirtschaft ist Bestandteil der Industriestrategie – entscheidend ist nun die konsequente Umsetzung. Als positives Beispiel nannte er den Start des Einwegpfandsystems mit 1. Januar 2025: Unternehmen waren federführend in der Gestaltung und investierten frühzeitig, die Rücklaufquote lag 2025 bereits bei 81 Prozent. Österreich gilt hier als europäisches Musterbeispiel, andere Länder orientieren sich daran. Investitionen in Kreislaufwirtschaft – etwa in eigene Sortieranlagen – stärken aus seiner Sicht unmittelbar den Standort Österreich.
Michael Haugeneder, ATP sustain GmbH, hob die europäische Stärke im systematischen Sammeln und Auswerten von Daten hervor. Gerade im nachhaltigen Bauen sind valide Bestandsdaten die Grundlage für Prognosen und Risikomanagement. Gebäude werden in Europa langfristig geplant und zunehmend so konzipiert, dass sie umnutzungsfähig langfristig nutzbar bleiben. Transformation bedeutet, Risiken frühzeitig zu analysieren und mit Erfahrung und Daten fundierte Zukunftsszenarien zu entwickeln.
Sabine Müller, Wien 3420 aspern Development AG, berichtete von der Entwicklung der Seestadt Aspern – Europas größtem Stadtentwicklungsgebiet. Das internationale Interesse ist enorm, viele Delegationen besuchen das Areal, um sich über nachhaltige Stadtentwicklung zu informieren. Österreich verfügt über eine starke Forschungs- und Entwicklungslandschaft, ist jedoch oft zu bescheiden. Entscheidend ist, den Transfer von Forschung in die Wirtschaft zu beschleunigen und Innovationsökosysteme zu stärken, in denen Wissenschaft und Unternehmen enger zusammenarbeiten. Neben ambitionierten Nachhaltigkeitszielen braucht es schnellere Prozesse und Genehmigungen, um klimaresiliente Standorte zügig umzusetzen.
Ilse Stockinger, Wiener Donauraum Länden und Ufer Betriebs- und EntwicklungsgesmbH, lenkte den Blick auf Infrastruktur und Tourismus. Rund 420.000 Gäste reisen jährlich per Schiff über die Donau nach Wien – Tendenz steigend. Besonders Besucher:innen aus Nordamerika und China zeigten sich beeindruckt von der Barrierefreiheit und Infrastrukturqualität in Wien. Österreich verfügt über exzellente Rahmenbedingungen, hat jedoch in den letzten Jahren an Selbstbewusstsein verloren. Um den Standort zu stärken, braucht es mehr Mut, eine starke Bildungsdebatte und den Erhalt gesellschaftlicher Breite.
Stefan Weiss stellte seinen Nachfolger Viktor Vogler als CEO von SCHIG mbH vor. Sie unterstrichen die Bedeutung des Bahnausbaus als zentrales Standortthema. Qualität und technische Exzellenz der Infrastruktur sind klare Stärken Österreichs. Mit umfangreichen Modernisierungen – etwa bei der Wiener S-Bahn – wird gezielt in Leistungsfähigkeit und Zukunftssicherheit investiert. Infrastruktur soll langfristig gedacht werden. Auf europäischer Ebene sind die Instrumente vorhanden, um eine Vorreiterrolle weiter auszubauen.
Roland Winischhofer, DHL Express Austria GmbH, betonte die Rolle von Export und internationaler Vernetzung. Als Teil eines europäischen Konzerns unterstützt DHL österreichische Unternehmen aktiv beim Zugang zu globalen Märkten. Aktuelle Zollentwicklungen, insbesondere in den USA, zeigen jedoch die Herausforderungen eines zunehmend fragmentierten Welthandels. Gleichzeitig entstehen neue Chancen. DHL investiert stark in nachhaltige Innovationen – etwa in Sustainable Aviation Fuels, Photovoltaikanlagen an Standorten in Österreich und die Elektrifizierung der Fahrzeugflotte – und positioniert sich als Partner für eine resiliente, klimafreundliche Exportwirtschaft.
In der gemeinsamen Diskussion wurde deutlich: Österreich und Europa verfügen über starke Grundlagen – hochwertige Infrastruktur, Innovationskraft, regulatorische Kompetenz, Datenqualität und engagierte Unternehmen. Entscheidend ist, diese Stärken selbstbewusst zu kommunizieren, sektorübergreifend zu vernetzen und mit klaren Rahmenbedingungen zu unterlegen. Transformation braucht Tempo, Mut und Zusammenarbeit – dann kann sie zur echten Standortstärke werden.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen für den wertvollen Austausch und die wichtigen Beiträge zu dem Thema:
Sabine Aigner – Sabine Aigner Managementberatung GmbH // René Beran – NTT DATA Deutschland SE // Michael Berlin – Blün GmbH // Christine Catasta // Gudrun Ghezzo – Ghezzo GmbH // Ruth Moss // Friedrich Paprotka – ista Österreich GmbH // Haimo Primas – Holcim Österreich GmbH // Christoph Strasser – COLLECTIVE ENERGY GmbH // Herwig Struber – Salzburg AG // Andrea Stürmer // Maria Troger – Schiefer Rechtsanwälte GmbH // Katrin Vohland – Naturhistorisches Museum Wien // Werner Weingraber – Madaster Austria GmbH // Johann Zimmermann, Ute Zimmermann – NaKu e.U.
Bildergalerie CEOs FOR FUTURE Willkommensfrühstück // 18.02.2026:

















