17.09.25

C4F Willkommensfrühstück: Stärkung von Standort und Nachhaltigkeit durch Innovation & Digitalisierung

Beim CEOs FOR FUTURE Willkommensfrühstück am 17. September 2025 stand die Frage im Mittelpunkt, wie Innovation und Digitalisierung dazu beitragen, Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen voranzutreiben und damit auch resilienter zu machen und zugleich den Wirtschaftsstandort Österreich zu stärken. Vertreter:innen unterschiedlicher Branchen gaben Einblicke in ihre Strategien, Herausforderungen und Lösungsansätze.

Bereits in der Begrüßung machten Obmann-Stellvertreterin Birgit Kraft-Kinz und Obmann Karl Kienzl deutlich: Innovation und Digitalisierung sind zentrale Hebel, um Österreich als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig zu machen. Sie schaffen die Grundlage, um Nachhaltigkeit voranzutreiben, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und damit Klimaschutz wie auch den Schutz der Biodiversität wirksam zu unterstützen. Richtig eingesetzt erhöhen sie nicht nur die Ressourceneffizienz und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, sondern tragen auch dazu bei, gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu bewältigen.

Klaus Garstenauer, ÖBB-Personenverkehr AG, hob hervor, dass Digitalisierung ohne funktionierendes Prozessmanagement nicht erfolgreich sein kann. Nur wenn Abläufe klar definiert sind, lassen sich Systeme effizient gestalten und Ressourcen gezielt einsetzen. Der bewusste Umgang mit Ressourcen sei dabei doppelt wirksam: Er schont das Budget ebenso wie die Umwelt und trage damit wesentlich zu Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit bei.

Anca Eisner-Schwarz, CRIF GmbH, verdeutlichte, wie sehr Digitalisierung im Risikomanagement und bei Onboarding-Prozessen eine Schlüsselrolle spielt. Durch innovative Ansätze können Risiken frühzeitig identifiziert und nachhaltig gesteuert werden, wodurch Unternehmen bestmöglich bei Entscheidungen unterstützt und in einem dynamischen Marktumfeld gefördert werden. Ihre Studie zeigt, dass nachhaltige Unternehmen nicht nur resilienter, sondern auch ökonomisch erfolgreicher sind.

Sebastian Krautzer, ATP sustain GmbH, stellte dar, wie Digitalisierung im Bau- und Bestandsmanagement Ressourcen schont und Nachhaltigkeit praktisch umsetzt. Insbesondere im Bestandsmanagement ermögliche die digitale Bewirtschaftung große Effizienzgewinne. Damit leiste die Branche nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch zur wirtschaftlichen Stabilität.

Karl Sagmeister, Schneider Electric Austria Ges.m.b.H., hob hervor, dass Österreich bei Innovation gut aufgestellt ist. Die Transformation der Energiewende kann jedoch nur gelingen, wenn Top-Down- und Bottom-Up-Initiativen zusammenspielen. Mit Lösungen wie Energie-Dashboards oder Copiloten werde zudem sichtbar, wie sich Effizienzpotenziale konkret heben lassen und einen ökonomischen Vorteil ergeben.

Matthias Schodits, enshift (Austria) Gmbh, stellte für Unternehmen kostenfreie Energiemanagement-Systeme vor, die Photovoltaik, Speicherlösungen und industrielle Prozesse intelligent miteinander verknüpfen. Solche Geschäftsmodelle seien ohne Digitalisierung undenkbar, doch die Herausforderung liege in der praktischen Umsetzung und der Überwindung von Hemmschwellen. Innovation entstehe hier durch die Kombination von technischer Machbarkeit und marktfähigen Lösungen.

Stefan Weiss, SCHIG mbH, machte deutlich, dass die Steuerung und Kontrolle von Infrastruktur ohne digitale Systeme nicht mehr möglich sind. Gleichzeitig brauche es eine offene Innovationskultur, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführt. Nur wenn Austausch und Zusammenarbeit über Sektorengrenzen hinweg gelebt werden, können innovative Lösungen entstehen, die auch langfristig tragen.

Dieter Meyer, EQUANS Austria GmbH, zeigte auf, wie digitale Steuerung im Contracting-Bereich Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit verbindet. Über 380 Anlagen werden digital betreut, alle ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben. Durch intelligente Steuerung lassen sich Energiekosten senken und regionale Wertschöpfung fördern – ein Beispiel dafür, wie Digitalisierung ökologische und ökonomische Vorteile zugleich schafft.

Katrin Vohland, Naturhistorischen Museum Wien, beschrieb die Chancen, die in digitalem Sammlungsmanagement und Open-Science-Ansätzen liegen. Mit dem österreichweiten OSCA-Konsortium (Open Scientific Collections Austria) wurde ein System entwickelt, das nicht nur Effizienz in der Verwaltung ermöglicht, sondern auch Kulturwandel und Kompetenzaufbau unterstützt. Digitalisierung sei hier nicht allein technisches Mittel, sondern auch Treiber für Vernetzung und Wissenstransfer, sowohl für Unternehmen als auch für Wissenschaft und interessierte Zivilgesellschaft.

Werner Weingraber, Madaster Austria GmbH, präsentierte schließlich den Aufbau eines digitalen Materialkatasters, das Transparenz über vorhandene Ressourcen schafft und so die Kreislaufwirtschaft stärkt. Künftig sollen Materialien systematisch erfasst und für neue Projekte nutzbar gemacht werden. Erste Pilotprojekte sind für 2026 geplant und zeigen, wie datenbasierte Ansätze den Übergang zu einer ressourcenschonenden Wirtschaft ermöglichen.

Darüber hinaus kamen auch alle anderen Anwesenden mit kurzen Beiträgen zu Wort, wobei der wertvolle unternehmensübergreifende Austausch im Rahmen der jetzt schon mehr als 100 CEOs von CEOs FOR FUTURE hervorgehoben wurde.

Es wurde deutlich: Innovation und Digitalisierung sind Schlüssel, um Nachhaltigkeit mit Wettbewerbsstärke für den Standort Österreich und Europa zu verbinden. Sie helfen, Ressourcen effizienter einzusetzen, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und ganze Branchen resilienter zu machen. Gleichzeitig braucht es dafür klare Prozesse, geeignete Rahmenbedingungen, spezialisierte Fachkräfte und eine Kultur des Austauschs.

Eines wurde in allen Beiträgen sichtbar: Nur durch branchenübergreifende Zusammenarbeit kann es gelingen, die notwendige Transformation der gesamten Wirtschaft und Gesellschaft in Richtung Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit voranzutreiben.

Wir bedanken uns bei allen weiteren Teilnehmer:innen für ihre wertvollen Beiträge:

Christian Abl – Reclay Group // Frank Dumeier – QR Energy // Johannes Ehrenfeldner – Nationalparkverwaltung Neusiedler See – Seewinkel // Barbara Gruszkiewicz // Mario Heinisch – Funk International Austria GmbH // Florian Laszlo – OBSERVER GmbH // Florian Müller – WEB Windenergie AG // Friedrich Paprotka – ista Österreich GmbH // Michael Pech // Klaus Petraschka – KPPK Ziviltechniker GmbH // Markus Raunig – Ottakringer Getränke AG // Leopold Reymaier – GREEMER // Rene Rubant – CC4Remarketing GmbH // Martin Schiefer – Schiefer Rechtsanwälte GmbH // Heinz Stiastny – Arrow ECS Austria GmbH // Andrea Stürmer // Herbert Witschnig – proNPO GmbH // Claus Zeppelzauer – ecoplus. Niederösterreichs Wirtschaftsagentur GmbH // Christoph Zinganell – COLLECTIVE ENERGY GmbH // Verena Kuen – Vorständin C4F

Bildergalerie CEOs FOR FUTURE Willkommensfrühstück // 17.09.2025:

Fotocredit: CEOs FOR FUTURE/Paris Tsitsos
Fotocredit: CEOs FOR FUTURE/Paris Tsitsos

Themen

Allgemein Digitalisierung Innovation Willkommensfrühstück

Tags

C4F CEOs FOR FUTURE Digitalisierung Innovation Wirtschaftsstandort

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