Das Thema „Resilienz durch Energiewende und Energieffizienz“ stand im Mittelpunkt beim CEOs FOR FUTURE Willkommensfrühstück am 8. April 2026. Diskutiert wurde, wie Unternehmen durch den gezielten Ausbau erneuerbarer Energien, Effizienzmaßnahmen und neue Geschäftsmodelle ihre Widerstandsfähigkeit stärken und gleichzeitig wirtschaftlichen Erfolg sichern können.
In der Begrüßung betonten Obmann-Stellvertreterin Birgit Kraft-Kinz und Obmann Karl Kienzl die zentrale Rolle der Energiewende für einen resilienten Wirtschaftsstandort. Energieeffizienz und erneuerbare Energien sind längst nicht mehr nur ökologische Notwendigkeiten, sondern entscheidende Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und unternehmerische Zukunftsfähigkeit.
Karl Sagmeister, Schneider Electric Austria Ges.m.b.H., hob hervor, dass nachhaltige Transformation und wirtschaftlicher Erfolg untrennbar miteinander verbunden sind. Voraussetzung für eine erfolgreiche Energiewende im Unternehmen ist Transparenz über Energieflüsse – erst wer weiß, wo Energie eingesetzt wird, kann sie gezielt optimieren. Digitalisierung und Daten spielen dabei eine zentrale Rolle. Neben Elektrifizierung, Eigenerzeugung und effizienter Nutzung wird insbesondere die Einbindung der gesamten Supply Chain entscheidend. Partner:innenschaften entlang der Wertschöpfungskette stärken nicht nur die Transformation, sondern auch die Resilienz.
Lukas Püspök, PÜSPÖK Erneuerbare Energie GmbH, betonte die Bedeutung des Ausbaus erneuerbarer Energien für Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit. Die Energiewende ist kein ideologisches Thema, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Besonders die Windkraft spielt in Österreich eine Schlüsselrolle, insbesondere im Winter. Gleichzeitig gewinnen Flexibilität, Speicherlösungen und Netzinfrastruktur zunehmend an Bedeutung. Volatilität am Energiemarkt erfordert neue Ansätze, etwa durch Batterien oder flexible Tarife. Der Netzanschluss werde dabei zum zentralen Erfolgsfaktor der Energiewende.
Dieter Meyer, EQUANS Austria GmbH, zeigte anhand konkreter Projekte, wie Energieeffizienz in der Praxis umgesetzt werden kann. Im urbane Quartier VIENNA TWENTYTWO wird ein vollständig CO₂-neutrales Contracting-Modell umgesetzt, bei dem Wasser als thermischer Energiespeicher dient und dynamische Tarife genutzt werden. Zudem setzt das Unternehmen im Bereich Kälte- und Gebäudetechnik konsequent auf natürliche Kältemittel, die sowohl regulatorischen Anforderungen entsprechen als auch effizienter sind. Solche Lösungen tragen nicht nur zur Dekarbonisierung bei, sondern stärken auch die regionale Wertschöpfung.
Robert Grüneis, Wien 3420 aspern Development AG, lenkte den Blick auf die Rolle von Städten in der Energiewende. Mit zunehmender Urbanisierung steigt auch der Energiebedarf in Ballungsräumen. Neben technologischen Innovationen braucht es vor allem die konsequente Umsetzung in der Praxis. Im Stadtentwicklungsgebiet aspern Seestadt werden klare Vorgaben für Bauträger:innen gesetzt, um erneuerbare Energien zu integrieren. Gleichzeitig wird deutlich: Resilienz ist in Städten keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit und erfordert passende Rahmenbedingungen, innovative Stadtplanung sowie klare Verantwortung auf Führungsebene.
Michaela Mischek-Lainer, Michaela Mischek Bauträger GmbH, thematisierte die Verbindung von Kreislaufwirtschaft und Energieeffizienz. Zentral ist dabei die Frage, wie Energie möglichst effizient und mehrfach genutzt werden kann. Insbesondere die Nutzung von Abwärme bietet großes Potenzial für die Dekarbonisierung. Gleichzeitig braucht es ein Umdenken im Ressourcenverbrauch – nicht alles, was möglich ist, ist auch notwendig. Ein besseres Verständnis darüber, wofür Energie tatsächlich gebraucht wird, ist eine wichtige Grundlage für nachhaltige Entscheidungen auch im Bau- und Immobilienbereich.
Frank Dumeier, QR Energy, betonte die wirtschaftlichen Vorteile erneuerbarer Energien. Jede Kilowattstunde aus Wind und Sonne sei langfristig günstiger als fossile Alternativen. Mit sogenannten „Power Units“ werden Unternehmen direkt mit erneuerbarem Strom versorgt und können sich langfristig stabile Energiepreise sichern. Herausforderungen bestehen jedoch weiterhin bei Genehmigungsverfahren und Netzausbau. Um die Energiewende zu beschleunigen, braucht es schnellere Prozesse und Pilotprojekte, die zeigen, wie innovative Lösungen auch in Österreich rasch umgesetzt werden können. „Behind-the-Meter“ können dabei eine zentrale Rolle spielen, also Eigenbedarf PV oder Windenrgie gekoppelt mit Speicher.
Marcus Schellerer, Rittal GmbH, zeigte auf, wie industrielle Prozesse effizienter gestaltet werden können. Durch die direkte Anbindung von Produktion und Logistik lassen sich Transportwege und Emissionen reduzieren. Ergänzend werden Photovoltaikanlagen auf Gebäuden sowie die Nutzung von Abwärme eingesetzt, etwa im Bereich von Rechenzentren. Auch regulatorische Entwicklungen wie die F-Gase-Verordnung treiben Innovationen voran. Entscheidend ist, technologische Lösungen stärker in politische Entscheidungsprozesse einzubringen.
Christoph Strasser, COLLECTIVE ENERGY GmbH, stellte die Integration verschiedener Maßnahmen in den Mittelpunkt. Einzelne Lösungen wie Photovoltaik, Batteriespeicher oder Monitoring entfalten ihr volles Potenzial erst im Zusammenspiel. Ziel ist es, Energiewende für Unternehmen greifbar und umsetzbar zu machen. Resilienz versteht er dabei als aktives Risikomanagement: Durch intelligente Kombination von Technologien und die Zusammenarbeit mit Umsetzungspartner:innen können Unternehmen unabhängiger werden und ihre Energieversorgung langfristig sichern.
In der gemeinsamen Diskussion wurde deutlich: Resilienz entsteht durch das Zusammenspiel von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz, Digitalisierung und starken Partner:innenschaften. Österreich verfügt über das notwendige Know-how und innovative Unternehmen – entscheidend ist nun, Umsetzung zu beschleunigen, Rahmenbedingungen zu verbessern und die Energiewende konsequent voranzutreiben. Karl Kienzl betonte abschließend, wie zentral dabei ein branchenübergreifendes Zusammenarbeiten ist: Erst durch das Zusammendenken von Energie, Industrie, Bau, Infrastruktur und Digitalisierung können die notwendigen Lösungen entstehen und skaliert werden. So kann die Energiewende nicht nur zur ökologischen Notwendigkeit, sondern zur wirtschaftlichen Stärke werden.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen für den wertvollen Austausch und die wichtigen Beiträge zu dem Thema:
Sabine Aigner – Sabine Aigner Managementberatung GmbH // Elias Danninger – Dauntles GmbH // Florian Laszlo – OBSERVER GmbH // Roland Meier – Oaklins Austria // Sabine Meister – TaylorWessing // Sabine Müller – Wien 3420 aspern Development AG // Matthias Schodits – enshift (Austria) GmbH // Maria Troger – Schiefer Rechtsanwälte GmbH // Katrin Vohland – Naturhistorisches Museum Wien // Werner Weingraber – Madaster Austria GmbH // Johann Zimmermann, Ute Zimmermann – NaKu e.U. // Lukas Kienzl – CEOs FOR FUTURE Vorstand
Bildergalerie CEOs FOR FUTURE Willkommensfrühstück // 08.04.2026:











