Beim CEOs FOR FUTURE Themenabend am 04. Mai 2026 stand unter dem Titel „Standortstärkung durch Energiewende – Ausbau, Infrastruktur & Europas resiliente Zukunft“ die Rolle der Energiewende als zentraler Faktor für Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz im Mittelpunkt. Diskutiert wurde, wie Versorgungssicherheit, leistbare Energiepreise sowie der Ausbau erneuerbarer Energien, Netze und Speicherlösungen zusammenspielen und welche Bedeutung dabei die europäische Perspektive für den Wirtschaftsstandort Österreich hat. Im Fokus stand die Frage, welche konkreten Schritte und Kooperationen notwendig sind, um eine zukunftsfitte und resiliente Standortentwicklung voranzutreiben.
Eröffnet wurde der Abend von Obmann-Stellvertreterin Birgit Kraft-Kinz und Obmann Karl Kienzl, die die Notwendigkeit raschere Neuorientierung von Wirtschafts- und Gesellschaftssystemen sowie die Bedeutung von Infrastruktur, Versorgungssicherheit und Standortentwicklung für Österreich und Europa hervorhoben.
Christiane Brunner, Climate Business Circle und Vorständin CEOs FOR FUTURE, betonte, dass Energiewende ein Standortfaktor und Wirtschaftsbelebungsprogramm ist, ist mittlerweile seit Jahrzehnten klar. Offenkundiger als jetzt, geht es kaum. Wenn wir uns nicht von Krise zu Krise schummeln wollen, müssen wir nur tun. Unsere Climate Business Circle Energiesystemvision zeigt wie.
Haimo Primas, Holcim Österreich GmbH, verdeutlichte anhand der Zementindustrie die hohe Relevanz der Energiewende und verwies auf Herausforderungen wie fehlende Koordination und regionale Unterschiede. Er plädierte für mehr Mut, Pionier:innengeist und gegen kleinteilige Entscheidungsprozesse und Insellösungen, etwa bei Abstimmungen zu Infrastrukturprojekten.
Sigrid Stagl, Wirtschaftsuniversität Wien und Beirätin CEOs FOR FUTURE, hob hervor, dass die volkswirtschaftlichen Vorteile der Energiewende klar gegeben sind, diese jedoch auch aus einer lebensweltlichen Perspektive bei den Nutzer:innen ankommen und als konkreter Vorteil wahrgenommen werden müssen – insbesondere durch stabile und leistbare Energiepreise. Investitionen in Netze seien langfristig sinnvoll, gleichzeitig brauche es gesellschaftliche Akzeptanz, partizipative Prozesse und positive Zukunftsbilder.
Alfred Weinberger, Amarenco Solar Austria GmbH, stellte die Energiewende als gesamtgesellschaftliche Systemtransformation dar. Neben erneuerbaren Energien seien insbesondere Speicher, Flexibilität und die aktive Einbindung der Verbraucher:innen entscheidend, um stabile Energiesysteme ohne starke Preisschwankungen zu ermöglichen. Die große Chance für Europa liege dabei in der konsequenten Elektrifizierung.
Ulrich Streibl, oekostrom AG energy group, betonte die Notwendigkeit, wirtschaftliche und ökologische Ziele stärker zu verbinden. Weder Technologie, Kapital noch Know-how seien die zentralen Hürden, sondern mangelndes Tempo und zu große Vorsicht. Er forderte, Zielkonflikte aufzulösen, Entscheidungen schneller zu treffen, Investitionen zu erleichtern und stärker auf marktwirtschaftliche Mechanismen zu setzen.
Roman Prager, WEB Windenergie AG, unterstrich, dass Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind. Anstatt auf perfekte Lösungen zu warten, müsse rasch gehandelt und der Ausbau erneuerbarer Energien vorangetrieben werden, um langfristig Resilienz und leistbare Energie sicherzustellen.
Markus Winter, Windkraft Simonsfeld AG, machte auf den steigenden Energiebedarf, etwa durch Digitalisierung, aufmerksam und betonte, dass es nicht beim grundsätzlichen Willen bleiben dürfe, sondern konsequent in die Umsetzung und ins Handeln gegangen werden müsse – insbesondere beim koordinierten Netzausbau und beim Überwinden von „Not in my backyard“-Denkmustern.
Brigitte Bach, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, betonte abschließend das große Potenzial Europas und Österreichs, energieautark zu werden. Mit vorhandener Systemkompetenz, Innovationskraft und Forschung könne die Energiewende als Motor für Wertschöpfung und industrielle Entwicklung genutzt werden – vorausgesetzt, Infrastrukturprojekte werden konsequent umgesetzt und bestehende Stärken aktiv genutzt. Forschung sei dabei eine zentrale Chance, etwa durch Projekte zu Supercharger-Infrastrukturen und Niederspannungsnetzen.
Abschließend fasste Karl Kienzl zusammen, dass die genannten Bausteine der Energiewende sowie des Aus- und Umbaus der Infrastruktur schon die Basis für ein neues Wirtschaftssystem darstellen und der Zukunftsdialog mit der Jugend eine zukunftsfähige Gesellschaftsform verspricht.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen für den wertvollen Austausch und die wichtigen Beiträge zu dem Thema:
Reinhard Birke – NTT DATA Deutschland SE // Harald Blazek – STEPSAHEAD Energiesysteme GmbH // Christine Catasta // Michael Haugeneder – ATP sustain GmbH // Barbara Holzer – Art of Extreme e.U. // Aleksandra Izdebska // Wolfgang Kradischnig – DELTA AG // Martin Krill – PROFES – Professional Energy Services GmbH // Vitaliy Kryvoruchko – Greeninfra // Sabine Müller – Wien 3420 aspern Development AG // Friedrich Paprotka – ista Österreich GmbH // Klaus Petraschka – KPPK Ziviltechniker GmbH // Lukas Püspök – PÜSPÖK Erneuerbare Energie GmbH // Maximilian Schachinger – Schachinger Logistik Holding GmbH // Marcus Schellerer – Rittal GmbH // Matthias Schodits – enshift (Austria) GmbH // Christoph Strasser – COLLECTIVE ENERGY GmbH // Andrea Stürmer // Maria Troger – Schiefer Rechtsanwälte GmbH // Peter Ulm – allora Immobilien GmbH // Kris Van Humbeeck – DHL Express Austria GmbH // Tobias Wiener – one2zero GmbH // Johann Zimmermann – NaKu e.U. // Mirjana Čović, Josef Mantl, Christoph Thun-Hohenstein – Beirat CEOs FOR FUTURE // Lukas Kienzl – Vorstand CEOs FOR FUTURE
Bildergalerie CEOs FOR FUTURE Themenabend // 04.05.2026:











