Beim CEOs FOR FUTURE Themenabend am 01.12.2025 stand die Frage im Mittelpunkt, wie Digitalisierung und Künstliche Intelligenz dazu beitragen können, Unternehmen resilienter zu machen und den Wirtschaftsstandort nachhaltig zu stärken. Im Mittelpunkt standen konkrete Strategien, Umsetzungsmaßnahmen und Lösungen, die zeigen, wie digitale Technologien die ökologische Transformation vorantreiben können. Eröffnet wurde der Abend von Lukas Kienzl, Vorstand und Karl Kienzl, Obmann die betonten, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam die Innovationskraft und Wettbewerbsstärke der Wirtschaft erhöhen.
Sonja Schittner-Sollner,LeitnerLeitner GmbH, zeigte auf, dass Nachhaltigkeitsberichterstattung und energieeffiziente Produktion zentrale Hebel für Unternehmen sind – insbesondere durch Förderungen, die digitale und KI-basierte Maßnahmen unterstützen, sofern sie zur Nachhaltigkeit beitragen. Viele Unternehmen setzen bereits relevante Maßnahmen um, deklarieren sie aber nicht offiziell als nachhaltig – dabei liegt genau darin ein großer, oft ungenutzter Hebel.
Verena Ehold, Umweltbundesamt GmbH, betonte, dass KI und Digitalisierung Megatrends sind, die enorme Effizienzgewinne ermöglichen – etwa durch datenbasierte Umweltmodelle, Automatisierung und Digital Twins. Das Umweltbundesamt setzt auf langfristige Kompetenzentwicklung und fachbezogene KI-Modelle, um Monitoring, Analysen und Integration europäischer Umweltdaten zu beschleunigen. KI könne ein entscheidender Gamechanger sein, um ökologische Herausforderungen schneller und präziser zu bewältigen.
Katrin Vohland, Naturhistorisches Museum Wien, hob hervor, dass digitale Souveränität und die umfassenden naturkundlichen Sammlungen des NHM eine zentrale Grundlage für bioinspirierte Innovationen darstellen. Gleichzeitig sei Upscaling eine große Herausforderung, da KI selbst ressourcenintensiv ist und daher verantwortungsvoll und effizient eingesetzt werden muss. Durch gezielte Schulungen stellt das NHM sicher, dass Mitarbeiter:innen KI richtig nutzen können.
Martin Schiefer, Schiefer Rechtsanwälte GmbH, beschrieb, dass in seinem Unternehmen Senior-Jurist:innen gezielt in KI-Anwendungen geschult werden. Grundlegende juristische Arbeiten können KI-gestützt erfolgen, während die menschliche Erfahrung aber weiterhin essenziell bleibt. Sein Unternehmen arbeitet nach den Vorgaben des EU-AI-Acts und passt interne Prozesse und Kriterien für Datenausschreibungen entsprechend an.
Florian Pink, APG – Austrian Power Grid AG, verdeutlichte, dass das Stromsystem sich in einem massiven Umbruch befindet und Digitalisierung sowie KI entscheidend sind, um zunehmende Komplexität zu bewältigen. Durch intelligente Modelle, Sensorik und Flexibilitätsintegration können Stromnetze optimal ausgelastet und Versorgungssicherheit trotz steigender Anforderungen – etwa durch Überlast in den Stromnetzen – gewährleistet werden. KI ist dabei ein wesentliches Werkzeug, um sektorübergreifende Energieflüsse effizient zu steuern.
Mario Heinisch, Funk International Austria GmbH, erläuterte, wie Digitalisierung und KI im Risk Consulting eingesetzt werden, um Unternehmen krisenfester zu machen. Besonders relevant sind Analysen zu Klimarisiken und ESG, zur Resilienz globaler Lieferketten sowie zur wachsenden Bedrohung durch Cyberkriminalität. Digitale Szenarien schaffen Transparenz und ermöglichen schnellere Entscheidungen im Risikomanagement.
Georg Winter, GrECo International Holding AG, betonte, dass über 90 % der Unternehmenswerte heute immaterielle Güter sind, für die Versicherungen jedoch oft noch keine ausreichenden Datenmodelle haben. Digitalisierung ist daher zentral, um neue Risiken früher modellierbar und damit versicherbar zu machen. Die Branche befindet sich mitten in einer Transformation, die stark von technologischen Entwicklungen abhängt.
Werner Weingraber, Madaster Austria GmbH, zeigte auf, wie datenbasierte Lösungen die Bau- und Immobilienbranche zukunftsfähig machen können. Madaster stellt eine zentrale Bauproduktdatenbank bereit, die als Grundlage für zirkuläre Geschäftsmodelle dient und die gesamte Wertschöpfungskette unterstützt. Madaster möchte künftig auch Kompetenzen im zirkulären Bauen stärken und dafür Anfang nächsten Jahres eine kostenlose Lernplattform zur Wissensvermittlung bereitstellen.
Brigitte Bach, AIT Austrian Institute of Technology GmbH, wies darauf hin, dass Europa im internationalen Vergleich bei Digitalisierung und KI an Tempo verlieren könnte, wenn nicht stärker in digitale Technologien investiert wird. Das AIT kann mit einer neu etablierten AI Factory eine kostenlose Unterstützung für KI-Anwendungen für Unternehmen bieten. KI ist nicht nur im Energiesektor relevant, sondern auch für Landwirtschaft, Materialforschung, Pharmazie und Industrieproduktion.
Zum Abschluss betonte Karl Kienzl, wie entscheidend es ist, Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit gemeinsam zu denken, um eine resiliente und wettbewerbsfähige Wirtschaft in Europa zu gestalten – und wie entscheidend dabei ein deutlich höheres Tempo in der Umsetzung ist.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen für den wertvollen Austausch und die wichtigen Beiträge zu dem Thema:
Sabine Aigner – Sabine Aigner Managementberatung // René Beran – NTT DATA Deutschland SE // Caroline Gager-Palfy – Orbyz Media GmbH // Barbara Gruszkiewicz – LeitnerLeitner GmbH // Michael Haugeneder – ATP sustain GmbH // Aleksandra Izdebska – Modul University Vienna // Wolfgang Kradischnig, Evelyn Parnigoni – DELTA Group // Ruth Moss // Florian Müller – WEB Windenergie AG // Michael Pech // Klaus Petraschka – KPPK Ziviltechniker GmbH // Leopold Reymaier – GREEMER // Peter Ulm – allora Immobilien GmbH // Kris Van Humbeeck, Barbara Lazar, Amira Badi – DHL Express Austria GmbH // Clemens Wagner-Bruschek – d-fine Austria GmbH // Herbert Witschnig – proNPO GmbH // Mirjana Čović – Beirätin CEOs FOR FUTURE // Oliver Schnetzer – Beirat CEOs FOR FUTURE // Verena Kuen – Vorständin CEOs FOR FUTURE
Bildergalerie CEOs FOR FUTURE Themenabend // 01.12.2025:













